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Mein Beruf: Minentaucher der Marine

Blinde sehen mit den Händen. Es ist erstaunlich, was sie erfühlen und erkennen können. Für Minentaucher der Bundeswehr trifft das ebenfalls zu. 50 Meter unter der Wasseroberfläche, in absoluter Finsternis, erkunden sie nur mit ihren dick behandschuhten Händen Minen. Für Hauptbootsmann Martin C. ist das Alltag.

Ein beherzter Schritt nach vorn, und dann versinkt der schwerbepackte Martin C. für einen Augenblick im grünen Nass. Als er wieder auftaucht, schwappt das Wasser um ihn herum heftig hin und her. Er treibt in einem runden Becken, gefüllt mit 1,2 Millionen Litern Wasser. Das Grün des Wassers verwandelt sich mit zunehmender Tiefe in ein bedrohliches Schwarz. 60 Meter geht es runter.
Hauptbootsmann Martin C. ist Minentaucher. In 54 Meter Tiefe, allein und ohne Licht, erkundet und entschärft er Minen und Kampfmittel. „Im scharfen Einsatz tauchen wir immer allein. Wir konzentrieren uns nur auf uns und unseren Auftrag“, sagt Martin. Sporttaucher sind angehalten zu zweit zu tauchen, um auf sich aufzupassen. Minentaucher dagegen sind allein unter Wasser. „Ich habe da meine Ruhe, kann meinen Job machen“, erklärt der 30-Jährige.

Außerdem: Taucher können nur eine bestimmte Zeit unter Wasser sein. Je tiefer sie tauchen, desto länger müssen sie danach an Land bleiben. In dieser Zeit muss der im Fett- und Muskelgewebe aufgenommene Stickstoff abgeatmet werden. Taucht immer nur einer, ist die gesamte Einheit länger einsatzbereit. Das schont Ressourcen.

Routine beugt Panik vor
Allein in der Tiefe zu sein, bedeutet aber auch ein erhöhtes Risiko für die Taucher. Passiert etwas Unvorhergesehenes, sind sie auf sich gestellt. Geraten sie in Panik, handeln sie falsch, kann das tödlich enden. Deshalb trainieren die Minentaucher regelmäßig Notverfahren. Routine gegen Panik.

In einem Tieftauchtopf im Stollen unter der Reiteralpe in Oberjettenberg können sie unter optimalen Sicherheitsbedingungen bis zu 50 Meter tief tauchen. Kameraüberwachung und Sicherheitstaucher in einer Taucherglocke sichern jeden Schritt der Taucher. „Begonnen haben wir am Montag mit dem Tauchen auf 30 Meter, um uns an die Geräte, die Ausrüstung und die Umgebung zu gewöhnen“, erklärt der gebürtige Hagenower Martin C.

Zusammen mit zwei Tauchern geht es für Martin beim ersten Tauchgang am heutigen Tag auf 36 Meter Tiefe. Da sich der Tieftauchtopf selbst auf 700 Metern Höhe befindet, entspricht diese Tiefe wegen des Druckunterschieds bereits der von 42 Metern. Wenige Sekunden nach dem „Klar-Zeichen“ sind die Taucher in der Dunkelheit verschwunden. Lediglich winzige aufsteigende Luftbläschen sind auf der Wasseroberfläche zu sehen. Nach 21 Minuten tauchen sie wieder auf und steigen behäbig aus dem Becken. 60 Kilogramm wiegt Martins Tauchgerät – das Stealth EOD M (Explosive Ordnance Disposal Marine).
Tauchen ohne Blasen
In seiner vierjährigen Ausbildung lernte Martin unter anderem, dieses Tauchgerät zu beherrschen. Das Kreislaufgerät erfüllt perfekt die Anforderungen an die speziellen Bedürfnisse der Minentaucher. Minen können durch Lärm und Magnetismus ausgelöst werden. Daher sind Martin und seine Kameraden auf eine geräuscharme und anti-magnetische Ausrüstung angewiesen.

Das Stealth EOD M ist ein geschlossenes System mit einem Notluftsystem. Geschlossen heißt, es steigen keine verräterisch lauten Luftblasen auf. „Im scharfen Einsatz müssen wir amagnetisch sein, um eventuelle Minen nicht auszulösen. Also tauchen wir oft ohne Licht. Unsere Hände ersetzen unsere Augen“, sagt der Hauptbootsmann. Dafür trainieren sie mit Blindmasken. „Wir bewegen uns sehr langsam und erkunden und identifizieren Objekte durch vorsichtiges Abtasten. Unter Wasser hat man Zeit.“

Nach der Taucherausbildung folgt die Ausbildung zum Feuerwerker. Martin kann nicht nur Minen und Kampfmittel identifizieren, er kann sie auch beseitigen. „Ich kann an Land und unter Wasser sprengen. Unser Aufgabenfeld ist sehr umfangreich.“ Minentaucher schützen eigene Schiffe und Häfen. Soll ein Hafen wieder in Betrieb genommen oder ein Strandbereich gesichert werden, suchen sie ihn nach versteckten Kampfmitteln ab.
Für die NATO auf See
2015 war Martin als Tauchermeister viereinhalb Monate auf dem Minentauchereinsatzboot „Bad Rappenau“ im Mittelmeer eingesetzt. Außerdem war er bereits mehrere Wochen bei der einsatzgleichen Verpflichtung Standing NATO Mine Countermeasures Group auf einem Minenjagdboot eingeschifft. Dieser maritime Einsatzverband der NATO verfolgt als Hauptziel die internationale Minenräumung.

„Wir suchen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich habe schon öfter Grundminen und Ankertauminen beseitigt“, erzählt Martin über seine Einsatzerfahrung. „Das erste Mal ist immer aufregend. Je dichter man dem Objekt kommt, desto ruhiger wird man aber. Es ist auch ein Erfolgserlebnis, wenn man es dann geschafft hat. Dass man das, was man gelernt hat, auch kann. “

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